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Rom: Königreich und Republik

Die frühromanische Gesellschaft

Dort wo später Rom entstand läßt sich eine Siedlung auf dem Palatin und dem Quirinal bis um 1000 v. Chr. zurückverfolgen.

„753; Rom schlüpft aus dem Ei“ = sagenhafte Gründung Roms.

Seit dem 6. Jahrhundert gab es unter etruskischer Vorherrschaft eine Stadtgemeinde, die in zwei große Gruppen zerfiel:

Die eine Gruppe bestand aus dem König und dem großgrundbesitzenden Adel. Es war ein Geburtsadel, der sein politisches Mitspracherecht durch einen Senat (Ältestenrat) wahrnahm. Die andere große Gruppe war der „plebs“. Er bestand aus Händlern, Handwerkern und vorallem Bauern. Diese Zweiteilung der Gesellschaft blieb auch bestehen als die etruskische Herrschaft über Rom um 508 v. Chr. gestürzt wurde. Der König wurde gestürzt, aber der Adel patricii) teilte die königlichen Funktionen unter sich auf.


Die Ergebnisse der Ständekämpfe

Die angespannte wirtschaftliche und soziale Lage der Masse der Plebejer wurde von wohlhabenden und angesehenden plebejischen Familien dazu genutzt, in einer langwierigen und langwährigen Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen die allmählich rechtliche, politische und soziale Gleichstellung der Plebejer mit den Patriziern durchzusetzen. Und zwar in der Zeit von Anfang des 5. Jhd v. chr. bis 287/286 v. Chr. abgeschlossen durch die „Lex Hortensia de plebiscitis“. Eine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage durch die Ständekämpfe gab es allerdings nicht wirklich. Der Abstand zwischen arm und reich blieb unverändert groß.


Die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen des zweiten Jahrhunderts v. Chr.

Durch Siege, auch über Karthago und der Einnahme des gesamten Mittelmeerraumes änderte sich die politische Organisation des Römischen Reiches kaum.

Durch die Hilfe großer Sklavenmassen wurden auf Großgütern (Latifundien), Oliven und Wein angebaut, Weideland wurde zur Schafzucht benutzt. Den italienischen Klein wurde die Existenzgrundlage genommen. Die Folge war die Verelendung der Bauern und ihr Abwandern in die Städte, hauptsächlich Rom. Es bildete sich mit der Zeit ein großes stadtrömisches Proletariat heraus. Ein neuer Stand bildeten allmählich die Ritter. Sie standen in wirtschaftlicher und finanzieller Macht den Senatoren nicht nach.


Die Gesellschaft der ausgehenden Republik

Durch den Bevölkerungsrückgang in Italien durch die punischen und spanischen Kriege und die zunehmende Proletarisierung des römischen Bauernstandes, kam es im 2. Jhd. v. Chr. zu einer Krise im römischen Heerwesen. Die Reformen der Gracchen scheiterten letzendlich. Den plebejischen Bauernstand durch Landverteilung neu zu beleben, scheiterte am Widerstand der senatorischen Großgrundbesitzer. Erst C. Marius löste mit seiner Heeresreform das Problem, die notwendige Mannschaftsstärke der römischen Armee auch weiterhin sicherzustellen. Statt dienstpflichtiger Bauern rief er die vermögungslosen und daher vom Heeresdienst befreiten Proletarier zu den Waffen und versprach ihnen Sold, Beuteanteil und eigenen Grund und Boden, den sie nach Entlassung aus 16- bis 20jähriger Militärdienst als Altersversorgung erhalten sollten. Diese Neuorganisation gab dem Feldherrn ein treu ergebenes Heer an die Hand, denn nur von ihm konnten die Soldaten eine Erfüllung der Versprechen erwarten. Der Senat hatte kaum Kontrollmöglichkeiten über derartige Armeen.

Der Senat zerfiel in eine Optimaten- und die Popularengruppe, die unterschiedliche Ziele und Methoden verfolgten. Optimaten und Popularen erkämpften sich mit erbitterten Hass und gerieten bei ihren Auseinandersetzungen in die zunehmende Abhängigkeit von fähigen Feldherrn und deren Heeren. Die soziale Zusammensetzung des Senatorenstandes veränderten sich dadurch zusehens, da verächtete Senatoren umgebracht wurden, und Ritter in den Senatorenstand nachrückten. Nach und nach wurde die Senatorenherrschaft ausgehöhlt und außerhalb der Ämterlaufbahn an Privatleute politisch-militärische Vollmachten und Sonderaufgaben vergeben, womit der erste Schritt zur Herrschaft eines einzelnen, das Prinzipat getan war.

 

Die Römische Geschichte I

bis zum Kaisertum

Römische Königszeit und frühe Republik

Die Umgebung Roms im Altertum
Senatssitzung (Darstellung aus dem 19. Jahrhundert)

Die altrömische Überlieferung datiert die Gründung Roms zwischen 814 und 728 v. Chr., meist jedoch um das Jahr 750 v. Chr.; die später als Beginn der römischen Zeitrechnung (ab urbe condita) kanonisch gewordene Angabe 753 v. Chr. geht auf den Gelehrten Varro (116–27) zurück. Obwohl die ältesten Siedlungsspuren auf dem späteren Gebiet der Stadt sogar bis ins 10. Jahrhundert v. Chr. hinaufreichen, stammen die frühsten Hinweise für die Anlage einer Stadt wohl aus dem letzten Drittel des 7. Jahrhunderts v. Chr.

Der neue Stadtstaat befand sich bald unter etruskischer Königsherrschaft; diese Phase seiner Entwicklung wird die Königszeit genannt. Obwohl das Gebiet Roms aus äußerst unfruchtbaren, zum Teil sumpfigen und sandigen Boden bestand und somit eine gewinnbringende Landwirtschaft nahezu ausgeschlossen war, gelangte Rom unter den Etruskern bald zu wirtschaftlicher Bedeutung, kontrollierte es doch zwei bedeutende Handelswege: die Via Latina und die Via Salaria. Auch die Einführung des uralten römischen Hafenzolls für Handelsgüter trug ihren Teil zum wirtschaftlichen Erfolg bei.

Verschiedene Legenden wollen die römische Königszeit mit der Geschichte von Troia verknüpfen. So sollen die überlebenden Troianer durch Aeneas, einen Sohn des Anchises und der Göttin Venus, nach einer langen Seefahrt ähnlich wie der des Griechen Odysseus in das Gebiet Latium geführt worden sein. Diese Sage verfasste jedoch erst der römische Dichter Vergil Jahrhunderte später.

Kulturell wurden die Römer stark von den Etruskern beeinflusst; über diese fanden auch griechische Elemente ihren Weg in die Stadt. Beispiele sind die etruskischen Zahlen, die griechisch-etruskische Schrift, aus der sich das Lateinische Alphabet entwickelte, die etruskische Vogelschau und das Begräbnisritual, das in den Gladiatorenkämpfen eine überzogene Spätblüte fand. Rom gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem es sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Der letzte aller römischen bzw. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, laut Überlieferung, weil einer seiner Söhne eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch wahrscheinlich spätere Erfindung, die sich an den Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. anlehnen könnte. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr., zu der sich das ehemalige Königreich auch in die Römische Republik (Republik = res publica, „die öffentliche Sache“) umwandelte.

Es ist gar nicht so leicht, die Eigenart des römischen Staatswesens zu verdeutlichen. Es wuchs über die Jahre und änderte sich laufend. Polybios, ein griechischer Gelehrter, charakterisierte es als Mischung aus Monarchie (Magistratsämter wie Konsul), Adelsherrschaft (Senat) und Demokratie (Comitia). Das oberste Amt im Staat übte zuerst ein Prätor (prae-ire – der dem Heer vorangeht), später bekleideten es alljährlich zwei Konsuln, welche die oberste Regierungsgewalt hatten und auf der obersten Ebene des cursus honorum standen. Die römische Adelsversammlung, der Senat, spielte eine bedeutende Rolle. Daneben gab es mehrere Volksversammlungen, die Comitia, die ebenfalls wichtig waren, besonders in Fragen von Krieg und Frieden und in der Rechtsprechung. Als ersten einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.


Einen zentralen Ort der römischen res publica stellt das Forum Romanum dar, das als politischer, religiöser und sozialer Ort der Zusammenkunft diente.


Damals bildete sich auch die römische Gesellschaftsordnung aus, die sich durch die Jahrhunderte nur langsam änderte. An der Spitze standen die alten Familien Roms, die landbesitzenden Patrizier, die politisch am einflussreichsten waren. Den größten Teil der Bevölkerung machten aber die Plebejer aus, die nur teilweise politische Rechte hatten. Sklaven wurden nicht als autonom handelnde Menschen, sondern als „sprechende Werkzeuge“ betrachtet, hatten also keine Rechte, konnten aber die Freiheit erlangen. Die Beziehungen zwischen Patriziern und Plebejern wurden durch das Klientelsystem geregelt.

Zu den höchsten Ämtern des Staates, die den Trägern Ansehen versprachen (etwas, was in Rom entscheidend war), hat man anfangs nur Patrizier zugelassen, während alle freien Bürger Kriegsdienst leisten mussten. Nach den Ständekämpfen (etwa die bekannte secessio plebis), die um die 150 Jahre dauerten, wurden die Plebejer schließlich 367 v. Chr. politisch fast gleichberechtigt, dennoch gelang nur verhältnismäßig wenigen plebejischen Familien der Aufstieg in die Führungsschicht.

Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften. Hier gab es zunächst den Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme. Es folgten die Samnitenkriege (1. 343–341 v. Chr.; 2. 326–304 v. Chr.; 3. 298–290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340–338 v. Chr.). Rom schuf schließlich ein weitverzweigtes Bündnisgeflecht. So wurden an strategisch wichtigen Orten Kolonien angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.

Aus dieser Zeit seiner Geschichte ging Rom als straffes Staatswesen mit schlagkräftiger Armee und starkem Drang zur Ausdehnung hervor. Damit waren die Grundlagen für seinen weiteren Aufstieg gelegt.

Konkurrierende Mächte stellten auf der italischen Halbinsel die Stadtstaaten der Etrusker nördlich von Rom, die Kelten in der Poebene und die griechischen Kolonien in Süditalien dar.

Der Aufstieg Roms – Expansion in Italien und im Mittelmeerraum

Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es während des Pyrrhischen Krieges gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhus von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte.

Im Ersten Punischen Krieg (264–241 v. Chr.) brach Rom die Vereinbarung mit Karthago über die Aufteilung der Interessenzonen auf Sizilien und dehnte seinen Einflussbereich bis an die Grenze des karthagischen Machtbereichs aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom seine Flotte aus, um der Seemacht Karthago erfolgreich entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor im Friedensvertrag alle seine sizilischen Besitzungen (später auch Sardinien und Korsika); fortan war es das Hauptziel der karthagischen Politik, die Folgen dieser Niederlage auszugleichen. Die einflussreiche karthagische Familie der Barkiden errichteten in Hispanien eine Art Kolonialreich, dessen Ressourcen für den Kampf gegen Rom eingesetzt werden konnte.

Im Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) gelang es dem karthagischen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen, wobei als Kriegsgrund die Belagerung und Eroberung der griechischen Kolonie Saguntum durch Hannibal diente, die mit Rom „verbündet“ war. Nach dem Fall Saguntums und der Weigerung der Regierung in Karthago, Hannibal auszuliefern, folgte die römische Kriegserklärung. Hannibal nahm den Landweg durch das südliche Gallien, überquerte die Alpen und fiel mit einem Heer in Italien ein, wobei er mehrere römische Armeen nacheinander vernichtete. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) war schmerzhaft für die Römer: Es handelte sich um die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören, sodass Hannibal trotz seiner Siege weitgehend isoliert blieb. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann.

Die hellenistischen Großreiche um 200 v. Chr.

Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. Neben seiner neuen Rolle als Seemacht trugen auch die eroberten Silberminen in Hispanien und die gewaltigen Reparationen, die Karthago zu leisten hatte, zu Roms neuem Reichtum bei. In die Zeit ab 200 v. Chr. fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche: Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200–197 v. Chr. in Griechenland gegen Philipp V. intervenierte, um den makedonischen Einfluss in Griechenland zurückzudrängen.

Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch kleinasiatischer Staaten hin kam es 192–188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150–146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte.

Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius , der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging. An der Grenze des Partherreiches kam die römische Expansion zum Stehen, hier sollte Rom in den nächsten Jahrhunderten einen ebenbürtigen Gegner gefunden haben.

In den neuen Provinzen, vor allem in den reichen hellenistischen Küstenregionen, wurden in dieser Zeit von privaten „Gesellschaften“ (societates publicanorum) römischer Ritter und Patrizier die Steuern erhoben. Während sie einen Fixbetrag an den Staat abführten, konnten sie Mehreinnahmen behalten. Dies führte zu oftmals unmäßigen Steuern, die die Wirtschaft dieser Gebiete auslaugte und immer wieder zu Aufständen führte. Über das Ansehen dieser Steuerpächter erfährt man etwa in der Bibel (Zöllner). Infolge der römischen Erfolge stieg auch die Menge des zur Verfügung stehenden Münzgeldes dramatisch an, ebenso wie sich die Anzahl der Sklaven immer mehr erhöhte. Gerade die Sklaverei spielte im Rahmen der römischen Wirtschaft eine wichtige Rolle, wobei die Sklaven zu ganz unterschiedlichen Tätigkeiten herangezogen wurden, aber gleichzeitig die Möglichkeit bestand, dass sie ihre Freiheit zurückerlangen konnten.

So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.

Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. Die Römer pflegten einen Teil des im Krieg eroberten Landes in Staatsbesitz zu überführen und bedürftigen Bürgern zur Nutzung zu überlassen. Um Aneignung großer Agrargüter in den Händen einiger weniger zu vermeiden, war der Landbesitz offiziell auf 500 Iugera beschränkt worden. Dieses Gesetz konnte jedoch nicht durchgesetzt werden. Wohlhabende Bürger legten sich riesige Landgüter zu. Dies wurde spätestens zu dem Zeitpunkt zum Problem, als praktisch alles Land innerhalb Italiens verteilt war und gleichzeitig immer mehr Sklaven infolge der siegreichen Kriege ins Land strömten. Die Kleinbauern und Handwerker aus der Schicht der Plebejer konnten mit dem durch die zahlreichen Kriege stetig anwachsenden Sklavenheer nicht konkurrieren. Gleichzeitig waren sie durch die zahlreichen Kriege außerhalb Italiens zu langer Abwesenheit gezwungen, was den Erhalt des heimischen Hofes weiter erschwerte. Die Großgrundbesitzer hingegen vergrößerten ihren Landbesitz durch den Kauf unprofitabler Höfe oder auch durch gewaltsame Vertreibungen. Die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten führte zu Landflucht und erheblicher Unzufriedenheit.

Andere Gruppen von Plebejern, die im Handel zu Reichtum gekommen waren, verlangten nach mehr Rechten. Die nach den Brüdern Tiberius Sempronius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus benannte Gracchische Reform sollte die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen, die Vertreter der Plebejer und Kleinbauern, und die Optimaten, die konservative Adelspartei, bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Beide Gracchen wurden ermordet, Straßenkämpfe und politische Morde standen an der Tagesordnung.

Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91–89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten Vesper von Ephesus: Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen.

Gaius Iulius Caesar

Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius , Cinna, Sulla ). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, um die republikanische Senatsherrschaft wieder zu festigen. Doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar (der zwischen 59 v. Chr. und 51 v. Chr. im so genannten Gallischen Krieg Gallien unterwerfen sollte), der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus (der im Osten grandiose Erfolge gefeiert hatte und unter anderem die Reste des Seleukidenreichs beseitigt hatte) und der reiche Marcus Licinius Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49–46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandelte.

Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gemeinsam mit Marcus Antonius gegen die Verschwörer Brutus und Cassius in der Schlacht bei Philippi durch. Später wandten sich die beiden gegeneinander, Octavian ging aus der Schlacht bei Actium als Sieger über Marcus Antonius und die ihn unterstützende Kleopatra hervor (31 v. Chr.). Damit fiel auch das reiche Ägypten an Rom und blieb für Jahrhunderte die „Kornkammer des Reiches“. Somit war der gesamte Raum um das Mittelmeer (lat. mare nostrum) in römischer Hand.
Aus: Wikipedia